8. Richtige Positionierung des Beschlages am Rehehuf

Allgemein

Diese Anleitung bezieht sich auf die Verarbeitung des reCarbon Hufrehebeschlages, gilt aber mit leichten Abwandlungen auch für andere, ähnlich effektive Rehebeschläge.

Falls möglich, sollten zum Beschlag zeitnah Röntgenaufnahmen gefertigt werden, die die Position des Hufbeins innerhalb der Hornkapsel zeigen, denn der Carbonkern des vorderen Steges des Beschlages darf auf keinen Fall zu weit vorne unter dem Hufbein zu liegen kommen!
Solche Aufnahmen sichern die korrekte Lage des Beschlages (Steges) und gewähren größtmögliche Effektivität und Sicherheit.
Er muss ca. 12-15mm (je nach Hufgröße) hinterhalb des vorderen Hufbeinrandes („Hufbeinspitze“) liegen.

Das Maß, das sich aus dem Abstand zwischen der Hufzehe und dem vorderem Ende des Steges ergibt, ist bei der Bestellung der reCarbon Beschläge (hier im Shop erhältlich) neben der gewünschten Beschlagsbreite für jeden einzelnen Huf mit anzugeben, die Beschläge werden dann nach diesen Maßen gefertigt. Eine genaue Anleitung für diese Maße ist auch auf der jeweiligen Artikelseite nochmals zu finden..

Zusätzlich ist die genaue Positionierung des Steges vor dem Anbringen der Beschläge nochmals zu kontrollieren, die Stege können dann ggf. auch noch weiter angepasst werden.
Dazu ist die Position des vorderen Hufbeinrandes so am Huf zu markieren, dass die Markierung nicht bei der folgenden Bearbeitung des Hufes abgeraspelt, weggeschnitten… werden kann. Das geschieht am besten, indem nach dem Entfernen des Zerfallshornes von der Sohle, aber noch vor Winkel- oder Wandkorrekturen des Hufes, mit einem Markierstift (Edding) eine Markierung auf dem Sohlenhorn angebracht wird.

Zurichtung des Hufes

Die Hufe werden zunächst genauso zugerichtet wie für jeden anderen Rehebeschlag. Die Bearbeitung für den Beschlag erfolgt nach den gleichen Prinzipien wie die richtige Barhufbearbeitung des Rehehufes, es ist lediglich darauf zu achten, dass ein gewisses Maß an Wandstärke in den Wandbereichen verbleiben muss, auf denen der Beschlag aufliegt, um eine vermehrte Druckbeaufschlagung des Sohlenrandes zu vermeiden. Der Tragrand wird  mit einer leichten Phase versehen

Anpassung des Beschlages

Beim Aufzeichnen des Hufes auf den Beschlag ist eine Papierschablone sehr hilfreich, da ein Rehepferd oftmals den Huf nicht lange geben kann. Geübte Anwender können den Huf zum Anzeichnen auch direkt auf den Beschlag setzen.

Der Beschlag wird durch Beischleifen angepasst. Am besten eignet sich dazu ein Bandschleifer mit rauem Schleifband. Notfalls kann aber auch beispielsweise mit einem Winkelschleifer mit sehr rauem Blatt gearbeitet werden, hier ist insbesondere darauf zu achten, dass das Kunststoffmaterial nicht überhitzt…
Der vordere Steg muss einen Mindestabstand von ca. 5 mm zur darüber liegenden Sohle aufweisen! Ist dies nicht der Fall, beispielsweise bei sehr flacher Sohle, kann der Steg noch zurückgeschliffen werden. Auch von vorne kann der Steg bis kurz vor den Carbonkern zurückgeschliffen werden. Dabei ist darauf zu achten, dass zur Hufsohle hin keine Kanten oder punktuelle Vorsprünge entstehen, der Steg muss sich quasi in die Sohle „einschmiegen“.

Der Beschlag sollte nicht allzu weit über die Trachten nach hinten hervorstehen. Überschüssiges Material kann jeweils weggeschliffen werden, um ein Abtreten zu verhindern. .
Am hinteren Steg ist bodenseitig bereits eine Trachtenrichtung vorhanden, sie kann ebenfalls noch weiter angepasst werden.

Wichtige Modifikationen des Beschlags mit dem Winkelschleifer :

a) Schenkel abdachen, so dass kein Sohlendruck entsteht

b) Steg vorne anpassen. Auch darf der Steg nie auf der Sohle aufliegen. Es sollte, je nach Beschlagsgröße, 3- 5 mm Platz zwischen Unterkante vorderer Steg und Sohle sein. Bei Bedarf muss zwingend die Umantelung des Steges bis max. kurz vor dem Carbonkern zurückgeschliffen werden, um ausreichend Platz zu schaffen.

c) bei Bedarf Abrollpunkt auf Schenkelunterseite anbringen

d) Beschlag auf die richtige Größe zurück schleifen: seitlich muss der Beschlag im Bereich der Klebekrägen jeweils 1mm Überstand über den Huf haben, damit die Laschen gut am Huf anliegen können, da die schwarze, innenseitige Elastomerschicht eben diese Materialstärke aufweist.

Anbringen der Laschenkrägen

Die Laschenkrägen sind so am Beschlag zu positionieren, daß die Basis der hinteren Lasche nicht oder nur minimal über die breiteste Stelle des Hufes nach hinten hinausragt.

Laschenkragen zum Verschweißen mit der Außenseite nach unten auf ein Holzbrett, evtl. mit Aufnahmenut legen. Damit wird sichergestellt, daß der Kragen flach auf dem Brett aufliegt und nicht verrutscht. Für Geübte auch ohne Nut.

Anbringen des Beschlages

Vor dem Bekleben wird der gesamte Sohlen- und Strahlbereich vom vorderen Steg bis zu den Trachten mit Polstermaterial gefüllt. Am besten hat sich hierzu ein knetbares Silikonpolster bewährt.

Bei bereits entsprechend abgeflachter oder empfindlicher Sohle empfiehlt sich zunächst ein Kartuschenpolster, das keinen aktiven Druck ausübt.(Hier wird aber zuerst der Beschlag am Huf verklebt und dann das Polster eingegossen.

Vor dem Verkleben wird der richtige Sitz des Beschlages überprüft.
Gleichzeitig drückt sich so auch das Polster flächig in die Sohle und die Kontur des Beschlages.

Ankleben:

Bei Außentemperaturen unter 5 Grad empfiehlt es sich, den Klebstoff vorzuwärmen (schon in der Hosentasche oder mit dem Fön die Flasche erwärmen.) Evtl. ebenso die Hufwand. Lasche wegklappen und Klebstoff sparsam auftragen, z.B. im Abstand von ca.1-2 mm zum Rand der Laschenformen nachgehen, ein „x“ einzeichnen und in die Zwischenräume des „x“ einen Klebepunkt setzen-reicht! »Dann ca. 10-15 Sekunden von unten nach oben andrücken. So mit jeder Lasche verfahren.

Wichtige Hinweise zur Verwendung des Rehebeschlages: Es ist unbedingt erforderlich, daß der Tragrand links und rechts seine Funktion auch erfüllt. Ist nicht genügend Tragrand im Auflagebereich des Beschlages vorhanden, darf kein Beschlag angebracht werden, es sollte dann zunächst mit alternativen Versorgungstechniken, z.B. Polsterverbänden, gearbeitet werden. Zwischen Steg und Sohle muss 3-5 mm „Luft“ sein. Die Sohle darf nicht auf dem Beschlag direkt aufliegen. BESCHLAG NUR MIT POLSTER VERWENDEN.

Immer vom Fachmann verarbeiten lassen. Bei Unklarheiten bitte Hotline anrufen und dann erst Anbringen