6. Pflege des Rehehufes

Zielführende Haltungsbedingungen

Als Grundvoraussetzung allgemein bekannt, jedoch oft in der Praxis sehr unzureichend ist die Umgebungshygiene, sprich der möglichst saubere und trockene Untergrund, auf dem sich das Tier bewegt. Es ist also die erste Pflicht des verantwortlichen Pferdebesitzers, für solche Untergründe zu sorgen.
Denn der Rehehuf ist sehr empfindlich für mögliche Infektionen besonders im Bereich des geschädigten Hufbeinträgers. Neben den mechanischen Ursachen resultieren sehr viele Abszesse im Wandbereich aus einer entsprechenden Verkeimung.
Die hierfür verantwortlichen Keime finden in dem minderwertigen Horn des lamellären Keils oder der insgesamt verbreiterten weißen Linie mit seinen vielen Einschlüssen und Hohlräumen nahezu optimale Voraussetzungen, um sich explosionsartig zu vermehren. Und auch am Hufbein selbst können eingedrungene Keime mit zu schweren, meist irreparablen Schäden führen (Osteomyelitis).

Insbesondere bei unterpolsterten Hufen entwickelt sich durch Luftabschluss und einen hohen Feuchtegehalt oft eine Infektion vor allem des Hufstrahls und der Strahlfurchen. Weniger problematisch ist das bei temporärer Anbringung solcher Polster, denn hier kann und soll das Polster oft genug entfernt werden, um die zu weich gewordenen Hornstrukturen wieder austrocknen und damit aushärten zu lassen, sowie eine starke Vermehrung der zumeist anaerob wirkenden Keime zu hemmen.
Zusätzlich sollten alle relevanten Hornbereiche regelmäßig entkeimt werden, möglichst mit Desinfektionspräparaten, die vom Horn gut angesogen werden. Hier bewähren sich insbesondere alkoholhaltige Desinfektionsmittel oder solche auf Basis ätherischer Öle, am trockenen Huf teils auch wassergebundene.

Am Huf mit dauerhaft angebrachtem Hufschutz ist es sinnvoll, regelmäßig stark kriechende Desinfektionsmittel zwischen Polsterung und Huf einlaufen zu lassen, um einer allzu starken Verkeimung entgegenzuwirken.